PHYSIK-LERNEN MIT DEM COMPUTER

Ein- und Ausschaltvorgänge bei einem RC-Kreis
PROGRAMM: KONDSCHA   

Horst Hübel

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INHALT

Beim Kondensator gibt es keine Sprünge in der Spannung!

Fig. 2                                               Fig .1


 

ZIEL:                                                                                                                                                           zurück
Simulierte Experimente mit einem RC-Kreis in der obenstehenden Schaltung (Fig. 1);

Der Schüler soll ausprobieren und verstehen, welchen Einfluß ein bestimmter Schaltvorgang auf Strom und Spannung hat; Untersuchung der Lade- und Entladevorgänge; per Tastendruck kann zu beliebigen Zeiten umgeschaltet werden.

Anfangsbedingungen und Parameter (U0,R,R',C) sind beliebig wählbar.

Zeitverlauf von Stroms durch den Kondensator und Kondensatorspannung in Abhängigkeit von Kapazität und Widerständen;

Spitzenstrom in Abhängigkeit von den Widerständen;

BESCHREIBUNG:                                                                                                                   zurück

Der Experimentator kann in der Schaltung von Fig. 1 alle Parameter willkürlich einstellen: Batteriespannung U0, Widerstände R und R' und die Kapazität C und Stromstärke I und Spannung am Kondensator zur Zeit 0. Zu beliebigen Zeiten kann er per Tastendruck mittels des Schalters S den Lade- oder Entlade-Strom durch den Kondensator ein- oder abschalten. Die Schaltung mit dem momentanen Schaltzustand wird auf dem Bildschirm dargestellt. An Hand der Graphen kann der Schüler auf dem Bildschirm direkt sehen, welche Folge seine Handlung für Lade-Stromstärke und Kondensator-Spannung hat.

Bei Veränderung der Parameter und Eintrag der Graphen zu bereits bestehenden kann er verstehen, welche Bedeutung die Parameter für die Schaltung haben, also C als Maß für die 'Trägheit' der Spannungsänderungen am Kondensator, die Spannungsdifferenz U0 - U, bzw. U als Ursache für den Stromfluß, R (und evtl. R') als 'Widerstand' gegenüber Stromänderungen.

Von den I(t)- und U(t)-Graphen kann sich der Schüler Bildschirmausdrucke anfertigen lassen, die Grundlage für häusliche Überlegungen sein könnten (Fig. 2).

Er kann eine Tabelle der ersten 10 bzw. 25 Werte von Spannung und Stromstärke auf den Bildschirm holen bzw. über einen Drucker ausdrucken lassen. Die Daten sind so angeordnet, daß das Rechenschema der "Methode kleiner Schritte" ersichtlich wird.



FRAGESTELLUNGEN:                                                                                                                   zurück




EINSATZMÖGLICHKEITEN:                                                                                                                  zurück

Grundkurs und Leistungskurs Physik 12. Klasse; Demonstrationsversuch, aber besser als Schülerversuch im Klassenverband an mehreren Computern oder als häuslicher Schülerversuch am schülereigenen Computer


HINWEISE ZUM EINSATZ:                                                                                                                   zurück

Dem simulierten Versuch sollte das zugehörige Realexperiment vorausgehen. Dann könnnten Überlegungen zur Konstruktion eines physikalischen Modells für die ablaufenden Vorgänge folgen, wenn diese hinreichend verfestigt sind, könnte die Bestätigung der Überlegungen mit Hilfe dieses Programms erfolgen. Die Schüler müssen immer wieder auf die erstaunliche Erfahrung hingewiesen werden, daß wegen des guten physikalische Verständnisses das Realexperiment auf das simulierte Computer-Experiment abgebildet werden kann.

Besonders im häuslichen Einsatz wäre auch denkbar, das Programm (nach Bestätigung seiner grundsätzlichen Funktion) als Trainer zum Einüben des Verständnisses der Vorgänge in der Schaltung einzusetzen. ("Was passiert, wenn ... ?"; Hypothese; Überprüfung der Hypothese im (simulierten) Experiment). Wegen der schnellen Reaktion des Programms ist der Zusammenhang zwischen Frage, Hypothese und Bestätigung bzw. Widerlegung besonders direkt.


TECHNISCHE HINWEISE:                                                                                                                   zurück

Bedeutung der Tasten:

<1> schließt Schalter
<0> öffnet Schalter

Bei der PC-Version sind die Menuefunktionen aus Geschwindigkeitsgründen zeitweilig nicht erreichbar, obwohl der Mauscursor auf eine von ihnen zeigt. Bei Betätigung einer der Tasten <1> oder <0> wird jedoch das Menu sofort wieder erreichbar.



MENUEFUNKTIONEN                                                                                                                   zurück

I DESK

I.1 QUIT

Bricht Programmlauf ab.


I.2 START

Setzt Anfangsbedingungen für Start zur Zeit 0 und löscht Graphen


I.3 INFO

Informiert über das Programm, erläutert einige der Fra gestellungen, die mit Hilfe des Programms bearbeitet werden können.


I.4 AUTOR

Nennt den Autor des Programms.


I.5 LIZENZ

Bringt die Adresse des Lizenznehmers auf den Bildschirm.

II BAUTEILE

II.1 WERTE ZEIGEN

Bringt die aktuellen Parameter der Schaltung auf den Bildschirm.


II.2 BATTERIESPANNUNG

Erlaubt die Eingabe der Batteriespannung U0. Innerhalb gewisser Grenzen kann vom Vorschlagswert abgewichen werden.

II.3 ANFANGSSPANNUNG

Erlaubt die Eingabe der anfänglichen Ladespannung U des Kondensators innerhalb gewisser Grenzen.


II.4 WIDERSTAND R

Erlaubt die Eingabe des Ladewiderstands R.


II.5 WIDERSTAND R'

Erlaubt die Eingabe des Widerstands R'. R' zusammen mit R ist der Entladewiderstand.


II.6 KAPAZITÄT C

Erlaubt die Eingabe der Kapazität C.


II.7 ZEITSCHRITT dt

Erlaubt die Eingabe des Zeitschritts dt für die "Methode kleiner Schritte". Zur Verschaffung eines schnellen Überblicks könnte dt gegenüber dem Vorschlagswert stark vergrößert werden.

III AUSGABE

III.1 ZEICHNEN IN LEERES FENSTER

Setzt Schalter, so daß nach Beschreiben eines vollen Graphen die Fortsetzung in das gleiche Koordinatensystem eingetragen wird, wobei der alte Graph gelöscht wird.


III.2 GRAPHIK ÜBERSCHREIBEN

Setzt Schalter, so daß nach Beschreiben eines vollen Graphen die Fortsetzung in das gleiche Koordinatensystem eingetragen wird, wobei der alte Graph nicht gelöscht wird.


III.3 BILDSCHIRM LÖSCHEN

Stellt Anfangszustand der Graphik her.


III.4 HARDCOPY

Gibt Bildschirmgraphik über EPSON-kompatiblen Nadel-Drucker aus.


III.5 TABELLE ZEIGEN

Bringt Tabelle mit den ersten 10 Daten t, U, U0-U, I, dU und U+dU auf den Bildschirm. Die Daten sind so angeordnet, daß ein Rechenschema für die "Methode kleiner Schritte", für die vorher ein Modell erarbeitet wurde, nachvollzogen und überprüft werden kann. Bei geeignetem Zeitschritt dt können die ersten Schritte u.U. sogar mittels Kopfrechnung überprüft werden.


III.6 TABELLE DRUCKEN

Sendet eine Tabelle mit den ersten 25 Daten U0-U, I, dU und U+dU zum Drucker.


Für die Funktionen III.5 und III.6 ist es notwendig, die Simulation mit START zu beginnen, da, von t = 0 ausgehend, nur die ersten 25 Werte gespeichert und mit den Funktionen III.5 und III.6 ausgegeben werden.


III.7 SCHEMA ZEIGEN

Bringt das logische Schema der "Methode kleiner Schritte", angewandt auf das vorliegende Problem, auf den Bildschirm. "Spannungsbilanz" und die "Grundgleicnhung des Kondensators" die wesentliche Rolle.



MODELL:                                                                                                                                             zurück

1. Ladevorgang:

Zu Beginn eines beliebigen Zeitschritt liege die Ladespannung U des Kondensators vor. Dann gilt mit der Batteriespannung U0 und der momentanen Stromstärke I die Spannungsbilanz:

(1)                   U0 = U + I.R

U0 und U haben damit die Stromstärke I zur Folge:

(1') I =  ( U0 - U ) / R
Durch den Strom I wird der Kondensator weiter geladen. Bis zum Ende des Zeitschritts erhöht sich nach dem Grundgesetz des Kondensators

(2)               U = Q / C                           bzw. dU =  -dQ / C
die Ladespannung U um dU:

(2')                                                                 dU = - I /C  . dt
 Zu Beginn des nächsten Zeitschritts liegt also die erhöhte Spannung

(3)                     U + dU

vor.

2. Entladevorgang:

Statt Gl. (1) gilt jetzt die Spannungsbilanz:

(1")                                         0 = U + I ( R + R' )

bzw.
I =  U / ( R + R' )
I führt wie oben nach der Grundgleichung des Kondensators zu einer Spannungsänderung dU, die diesmal umgekehrtes Vorzeichen hat.



Logisches Schema - Ladevorgang:
 
Anfangsbedingung  . t = ..... U = .......  .
Spannungsbilanz: (1)  U0 = U + I. R  .  .
 . bzw.  I = ( U0 - U ) / R I = ....... Ü
Grundgleichung des Kondensators: (2)      U = Q / C  . Ý
 . bzw. dU =  I / C dt dU = ..... Ý
nächster Schritt:   t + dt             U + dU  . Þ

 

   
 
Logisches Schema - Entladevorgang:

Anfangsbedingung  . t = ..... U = .......  .
Spannungsbilanz: (1)      0 = U+I.(R+R')   .  .
 . bzw.    I =   - U / (   R+R'  ) I = ....... Ü
Grundgleichung des Kondensators: (2)      U = Q / C  . Ý
 . bzw. dU =  I / C dt dU = ..... Ý
nächster Schritt:   t + dt             U + dU  . Þ
 
  
 
Kausalketten-Schema für einen Einschaltvorgang, wie es mit AUSGABE/Schema zeigen auf den Bildschirm
geholt werden kann
Kausalketten-Schema für einen Ausschaltvorgang, wie es mit AUSGABE/Schema zeigen auf den Bildschirm
geholt werden kann


Beim Kondensator gibt es keine Sprünge in der Spannung!