So dürfen wir allem Schwanken zum Trotz beim Schwenken bleiben. Auch den Schwengel dürfen wir getrost im Schwange lassen. Sogar den Schlegel
dürfen wir behalten - allerdings nur in Gestalt des Rehschlegels. "Das Werkzeug zum Schlagen, das vor allem im Bergbau verwendet wird", lernen wir, muss in Zukunft
Schlägel geschrieben werden. Der "Trommelschlegel" vertschüsst sich also, als Ersatz wird ihn künftig der
Trommelschlägel ersetzen.
Keine Fisimatenten kennt die neue Orthografie, wenn wir bei den Fremdwörtern im Finstern tappen. Es kommen raue, aber
rohe und zähe Zeiten für Portmonees und Nessessärs, für den Schikoree, das Kommunikee, das Varietee und das
Pappmaschee. Die "Tranche" wird transchiert zur Transche - aber die Branche ist davon nicht tangiert. Das ist zwar kein Malheur für Cowboys und Covergirls und auch keine
Katastrophe für Restaurants, die allesamt bleiben dürfen, wie sie sind. Die Maläse beginnt bei der Majonäse, die
ebenso wie das Ketschup und die Karamellkrem im Frigidär nicht mehr sicher ist.
Während Rheumatiker und Rhetoriker zwar neuerdings hungers sterben können (sofern sie nicht va banque spielen wollen), aber wenigstens wie der Rhabarber noch
im Genuss ihres humanistischen H bleiben, droht der Verlust desselben dem armen Katarr und der bedauernswerten Myrre. Den weiland "Hämorrhoiden" wird nicht nur das klassische H
abgeknappst - sie werden sich künftig, zu schäbigen Hämorriden verstümmelt, durch die Krankengeschichten schleppen
müssen, ohne die Chance, die Schose je wieder richtig stellen zu können, so nahe liegend das auch wäre. Man muss nicht besonders
übel wollend sein, um sofort zu erkennen, dass ihnen übel mitgespielt wird.
Man wird sich fragen müssen, welch klassischem
Bildungsvorbehalt wohl das Phänomen zu verdanken ist, dass der Mythos, die Metapher, der Rhythmus und die Philosophie dem Schicksal der Fotografen, Megafone, Kakihosen, Panter
und Tunfische vorderhand entgangen sind - einem Schicksal, das den Zenit schon früher um seinen Schlusshauch gebracht